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Anfang der 90er Jahre zwischen dem Erfolg von "A Boy and His Blob" (NES, 1989)) und dem Film Flubber (1997) entwickelte System 3 ein Spiel mit einem Blob, welches seinen Weg auf den Amiga 1200 erst knappe 20 Jahre später fand. Es erschien schließlich auf dem SNES. Zum 30 jährigen Jubiläum der Firma kündigte man ein Remake für neue Plattformen an. Wir haben uns die 3DS-Version in unserem Kurztest genauer angeschaut.


 

 

Heimlich, still und leise erschien Putty Squad vor knapp zwei Wochen bei uns im eShop. Ein wenig mehr Aufmerksamkeit hat das Spiel jedoch auf jeden Fall verdient!

Ihr spielt einen blauen Blob, genannt Putty, der in 35 Level in unterschiedlichen 9 Welten auf der Suche nach seinen entführten Freunden ist. Klingt nach einer dünnen Story? Ist sie auch, denn es gibt weder Zwischensequenzen noch Dialoge oder sonstige Events. Die Reise führt euch somit unmittelbar von Level zu Level ohne unnötigen Schnickschnack.

Putty bläst sich auf

 

Aller Anfang ist schwer

Bevor ihr richtig loslegen könnt müsst ihr ein Tutorial absolvieren in dem die wichtigsten Bewegungen des Putty erklärt werden. Wie bei einem üblichen Jump&Run kann Putty laufen und springen. Zusätzlich kann er sich platt drücken um Gefahren auszuweichen. Steht Putty auf einem Item wird dieses aufgesaugt und wird auf dem Touchscreen zur Benutzung angezeigt. Zur Verfügung stehen Raumkapseln, Minibomben, Raketen, Ablenkungsmanöver und weitere amüsante Gegenstände.

Die Abhängigkeit mancher Items ist vor Allem dann vorhanden wenn Putty's Freunde gefangen gehalten werden, denn dann müsst ihr euch erst den Weg freisprengen. Putty kann Fäuste bilden und damit je nach Schultertaste nach links und rechts schlagen, wodurch sich die meisten Feinde besiegen lassen. Ist die Leiste auf der linken Seite aufgeladen verwandeln sich die Fäustlinge und können Pfeile, Raketen und andere Dinge verschießen, die deutlich mehr Durchschlagskraft haben. Kompliziert wird es mit den beiden letzten Features. Putty kann mit einem temporären Arm weit entfernte Gegenstände erreichen und sich damit auch zwischen den horizontal verlaufenden Ebenen hin- und herbewegen. Zuguterletzt kann sich Putty per Knopfdruck in mehreren Stufen aufblasen und fliegt, physikalisch nicht ganz korrekt, konstant nach oben. Dies stellt mit Abstand die schnellste und bequemste Fortbewegungsmethode dar.

Wenn wir noch einmal den letzten Abschnitt durchgehen und uns all diese Features anschauen könnte man meinen das Putty Squad vollkommen überladen wirkt für ein normales Jump&Run. Leider stimmt das in gewissem Maße auch. Putty besitzt viele abwechslungsreiche Fähigkeiten, die jedoch nur selten vom Leveldesign optimal ausgenutzt werden. Häufig reicht normales laufen und schweben um die Level zu absolvieren.

Es gibt viel zu tun!

 

Eure größte Herausforderung?!

Jedes Level besitzt 3 Herausforderungen. Je eine für die Punktzahl, der verbrauchten Leben und die aufgesammelten Sterne. Dadurch erhöht sich eure Punktzahl, ihr erhaltet mehr Leben und könnt weitere Extralevel freischalten. Meistens müsst ihr für diese jedoch weitere spezielle Anforderungen innerhalb der Level erfüllen. System 3 verspricht uns zudem im zweiwöchentlichen Rhythmus weitere Level für ein ganzes Jahr.

Schafft ihr ein Level nicht mit euren beiden Leben müsst ihr es zwar von vorne beginnen, habt dabei aber keine weiteren Konsequenzen zu befürchten. Es gibt nämlich keine Continue-Grenze. Meistens solltet ihr jedoch kein Problem haben das Level mit den beiden Leben erfolgreich zu absolvieren.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch der Herausforderungsmodus bei dem ihr jedes Level erneut betreten und je 6 Herausforderungen abschließen könnt. Nebenbei könnt ihr in den Leveln auch Sticker aufsammeln, die dann in eurem Stickeralbum schick präsentiert werden.

Wie ihr merkt ist Putty Squad genauso chaotisch wie anfangs erwähnt. Das Spiel ist vollgestopft mit Fähigkeiten, Extras und Funktionen das ihr schnell den Überblick verliert. Zwar ist man nach knapp über 3 Stunden schon mit dem Hauptspiel durch, aber mit den zusätzlichen Leveln und Herausforderungen könnt ihr einige weitere Stunden dazu addieren.

Putty kann sich durch seine Elastizität wunderbar bewegen

 

Was bleibt am Ende?

Putty Squad macht für ein Jump&Run vieles richtig, aber leider auch vieles falsch. Die Grafik ist zwar nett und teilweise detailliert, das ganze Spielgeschehen fängt aber schnell an zu ruckeln wenn sich mehrere Gegner auf dem Bildschirm tummeln. Der 3D-Effekt kommt gerade bei Putty Squad kaum zur Geltung. Da merkt man leider das dieses Spiel auf anderen Plattformen zuerst beheimatet war. Musikalisch reißt Putty Squad keine Bäume aus, ist aber niemals so nervig das ihr den Ton ausschalten wollt. Einen Pluspunkt gibt es beim Ton für die deutsche Sprachausgabe, die sich zwar lediglich auf "Achtung!" und ähnliche Warnhinweise beschränkt, aber dennoch nett gemacht sind. Das Spiel ist übrigens komplett in deutscher Sprache verfügbar.

Viele abgedrehte Ideen machen das Spiel zu einem verrückten Erlebnis

 

Fazit:

Putty Squad ist ein gutes Jump&Run, welches mit vielen netten Ideen daherkommt. Die kurzen Level sind immer wieder für eine Kurzsession gut und motivieren zum weiterspielen. Dem entgegen steht die durchwachsene Technik, die kurze Spielzeit und der sehr hohe Preis von 19,99€.

Ihr wollt neues Jump&Run Futter auf dem 3DS? Spätestens wenn der Preis runtergesetzt wird könnt ihr euch das Spiel genauer anschauen, denn Spaß macht es allemal und der kostenlose DLC für die nächsten Monate wird den Inhalt des Spiels weiter enorm vergrößern!

 

Wertung:

 

 

Wichtige Info:

In Level 5-5 gibt es einen Grafikfehler am unteren Ende des Bildschirms. Ein zusätzlicher Bug in dem Level wenn ihr die Karte aufruft lässt sogar den gesamten 3DS abstürzen. System 3 arbeitet bereits an einem Patch, den ihr euch am Besten direkt herunterladen solltet.