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[Spoilerwarnung] Nier: Automata im Review

Nier: Automata ist kein Spiel für jedermann. Es ist anders, eigen, besonders und seltsam. Wer sich hier auf ein klassisches JRPG einstellt, wird sich wundern. Aber überzeugt es?

nier.jpgProlog

Als Nier: Automata angekündigt wurde, war der Hype enorm. Ich selbst habe damals den ersten Teil sehr genossen und war von dem Plot-Twist total überwältigt. Ein großartiges Spiel, welches meiner Meinung nach damals zu wenig Aufmerksamkeit erhielt. Entsprechend gefreut habe ich mich, als ich von dessen Nachfolger gehört habe.

Ich habe mir keine Trailer oder sonstige Informationen angesehen, da ich eh vorhatte das Spiel zu kaufen und bin davon ausgegangen, dass es ein JRPG ähnlich dem ersten Teil wird mit Nier als Hauptcharakter.

Umso mehr war ich überrascht, dass Nier: Automata ganz anders war. Und als ich gesehen habe, was das war, war ich ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht, aber auch Neugierig, wie es sich denn spielt. Vom Hype unberührt und allgemein offen für Neues, bin ich die Sache neutral angegangen.

 

Welches Genre ist denn Nier: Automata eigentlich?

nier2.jpgNier: Automata lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Es ist ein JRPG-SideScroller-VerticalShooter-UndMehr-Crossover, mit actionreichem Kampfsystem und 3rd-Person Shooter Elementen.

Gleich zu Beginn startet man in Jet-ähnlichen Flight Units und muss sich in klassischer Vertical-Scroller-Manier durch eine Horde gegnerischer Flugeinheiten kämpfen, bis man transformiert und in einem Gundam-like Mecha nun 360° um sich schießen kann. Die Flug Elemente, die auch später im Spiel wieder auftauchen, sind absolut solide und machen Spaß.

nier-1.pngSobald man gelandet ist, wechselt das Spiel in den 3rd Person Modus, bei dem man entweder mit Nahkampfwaffen auf die Robotergegner eindreschen kann oder mit seinem kleinen Pod-Begleiter schießt. Oder auch beides gleichzeitig. Auch hier kann der Kampf punkten. Es lässt sich gut steuern, der Kampf ist actionreich und man kann durch Nah/-und Fernkampf und Specials seinen Stil ein wenig auf die Gegner anpassen. Je nach Gebiet wechselt hier die Ansicht nahtlos zwischen freiem 3rd-Person und Side-Scroller. Die Steuerung bleibt dabei gleich, wodurch man sich hier nicht gestört fühlt. Die Mischung ist in dieser Hinsicht wirklich gelungen.


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Für Spieler, die sich mehr auf die Story konzentrieren wollen oder keine Lust haben Kämpfe unnötig in die Länge zu ziehen, hat Nier: Automata eine ziemlich coole Lösung. Zum einen kann man den Schwierigkeitsgrad auf Einfach stellen (was glücklicherweise auch keine Auswirkungen auf Trophäen hat. Danke dafür!); zum anderen gibt es im einfachen Modus die Möglichkeit auf Auto-Kampf zu stellen. Dadurch kämpft der Charakter ganz von alleine, was in Verbindung mit der Schwierigkeit dazu führt, dass man Gegner, die 30 Level höher sind, besiegen kann, ohne einen Finger zu rühren. Da ich das Spiel möglichst schnell durchspielen wollte und keine Lust auf Farmen hatte, kam mir das sehr gelegen. Man kann den Modus natürlich jederzeit ausschalten oder reduzieren und auch währenddessen noch manuell intervenieren.

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Die Anzahl der verschiedenen Gegner-Arten im Spiel ist für den allgemeinen Umfang völlig in Ordnung und die Gegner machen Spaß. Besonders die Endgegner können sich sehen lassen. Hier hätte ich mir gerne auch noch mehr gewünscht. Auf höheren Schwierigkeitsgraden kann ich mir vorstellen, dass es durch längere Kämpfe, mehr Tode und mehr Farming es etwas eintönig werden könnte. Umgekehrt sind im einfachen Modus manche Kampfsequenzen durch die mangelnde Herausforderung auch schon fast überflüssig. Hier muss jeder seine eigene Balance finden.

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Alles Robo oder was?

Man kämpft im Spiel fast ausschließlich gegen knuffige Roboterwesen, trifft aber auch friedliebendere Kumpanen dieser Sorte. Sie sind im Gegensatz zu den relativ gefühlstoten Androiden (wie unter anderem die eigenen Charaktere) die Sympathieträger des Spiels. Sie sind sehr gefühlsvoll und haben interessante, teils auch lustige Stories. Das gilt selbst für die Gegner.

Eine Robo-Sex-Orgie?? Geil!

Leider sind die Androiden dagegen eher langweilig. Die NPCs, mit denen man interagiert, zeigen zwar schon den Ansatz von (teils unterdrückten) Gefühlen, sind aber bei weitem nicht so interessant, wie die Roboter. Getoppt werden diese nur noch von den Hauptcharakteren selbst: dem kindisch naiven 9S und der eiskalten 2B. Auch wenn es zwar passt, habe ich selten so uninteressante, unsympathische, oberflächliche und anstrengende Hauptcharaktere gesehen.

Ihr Hauptmerkmal ist wohl das Charakterdesign, welches extrem auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten ist. 2B mit intensiver String-Tanga Action und 9S im cuten Boytoy Look. Blärgh

Außerdem tragen beide auf Misionen Augenbinden. What is this? This is unnütz! Doa siehscht joa goa nescht!!

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2B. Ich mag sie, wegen ihrer Persönlichkeit

Abgesehen davon ist ihre Persönlichkeit eher nervig. Im ersten Teil des Spiels bis Ende A, wenn die beiden das erste Mal auf Roboter treffen, die „Angst“ zeigen, merkt der Spieler sofort „Ah ja, die Roboter haben eindeutig Gefühle entwickelt, ganz klar.“ (auch wenn diese effektiv gemimicked sind). Unsere Androiden können das allerdings nicht so einsehen und so hört man immer wieder Dialoge á la „Sind das Gefühle? Das ist doch unmöglich!“ – „Nein, Roboter haben keine Gefühle“. Spätestens nach dem dritten Mal dachte ich „Nu rafft es doch endlich und fragt nicht so blöd.“. Auch hier passt es zwar, kommt aber einfach nicht gut rüber. Kein Spieler rätselt mit und denkt sich, wie das nur sein kann. Falls das also die Intention war: verfehlt. Ich sehe hier eine versuchte Anlehnung an Nier.

{Nier 1 Spoiler} Die Gegner, die in Nier nur unverständliche Schatten sind, kann man im zweiten Spieldurchgang verstehen, was dem ganzen plötzlich ein neues Bild verleiht {/Spoiler}

Später im Spiel wird 2B durch A2 ersetzt. Diese ist wohl auf eine etwas ältere Zielgruppe ausgelegt, da sie wesentlich reifer wirkt. Ein Lichtblick. Endlich normale Leute.

9S verkraftet den Verlust von 2B nicht so gut, will sich rächen und dreht praktisch durch. Das Ganze wirkt wie ein pubertärer Gefühlsausbruch, wie man es in manchen Shounen Anime sieht. Was der Junge wirklich braucht, sind zwei Backpfeifen und 5 Minuten stille Treppe.

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Damit ist eigentlich alles gesagt

Ich hatte ja gehofft, dass er zuerst stirbt oder alle alles zusammen happy auf der Erde leben. Aber es sollte wohl nicht so einfach werden. Stattdessen wird es unnötig verkompliziert. Durch die diversen Enden, einige mehr oder weniger gute Dialoge und das Lesen von Logfiles (meh) werden die Hintergründe erläutert und der Zusammenhang zu Nier hergestellt. Das Ganze wirkt sehr aufgesetzt und gezwungen tiefgründig. Man hätte Nier eigentlich auch komplett weglassen können, zumal der Charakter Nier ja auch gar nicht auftaucht. Es ist eigentlich klar, dass das Spiel seiner ganz eigenen Geschichte folgt. Der Rest ist nur Bonusinfo und der Name sollte wohl Fans locken (erfolgreich).

Auch wenn ich die Story gegen Ende nicht mehr so gut fand, war es spielerisch, wie alles vorher, dennoch sehr gelungen.

Das Ende ist nicht das Ende

Nier: Automata hat wie bereits der Vorgänger mehrere Enden. 26 um genau zu sein. Jedoch sind davon nur 5 „relevant“. Ende E ist das True End. Die anderen Enden erhält man durch unterschiedliche Aktionen / Todesarten im Spiel und können schon fast als Easter Eggs betrachtet werden. Man muss auch nicht 5-mal komplett durchspielen um dorthin zu kommen. Ich denke immer: wer hat denn Lust ein Spiel so oft durchzuspielen um endlich das Ende zu sehen. Macth doch nen Savepoint oder fasst es direkt in eine Story zusammen. Und genau das ist hier der Fall. Ein Ende ist nicht gleich ein Ende.

Im zweiten Durchlauf wiederholen sich nur die Hauptmissionen, die man aber relativ schnell durchhat (zumindest auf Einfach). Die im ersten Lauf abgeschlossenen Nebenaufgaben bleiben abgeschlossen. Außerdem spielt sich der Charakter etwas anders und die Missionen sind modifiziert, so dass man aus einem anderen Blickwinkel spielt. Der wichtigste Punkt sind jedoch einige Zwischensequenzen zu Gegnern, speziell den Endgegnern. Diese Sequenzen erklären einiges, was im ersten Durchgang so nicht klar war und fügen witzige Anekdoten hinzu. Tatsächlich werden die Gegner dadurch wesentlich interessanter. Im ersten Durchlauf ist einiges zu kurz gekommen, was jedoch auch ein wenig Schade ist, da dies vielleicht schon einige abschreckt, denen nicht klar ist, dass „mehrfach“ durchspielen eigentlich nur ein langer Spielgang ist.

Im dritten Durchlauf spielt man wieder jemand anders und die Story ist komplett neu und je nach erzieltem Ende, geht man einfach über die Kapitelauswahl ins Finale und holt sich noch das andere, wonach man bereits das True End kriegen kann.

He he. Upsiii.. :D Sorry, not sorry. ;PHierzu gilt es während den Credits noch einen Twin-Stick Shooter zu schlagen, indem man die Namen abschießt. Es fängt einfach an, wird aber tatsächlich echt schwer gegen Ende. Zum Glück gibt es Rettung. Wenn man stirbt, kann man, wenn man online ist, von anderen Spielern gerettet werden. Jeder Spieler, der das Spiel abgeschlossen hat, darf seinen Spielstand bereitstellen (wodurch dieser lokal gelöscht wird!!). Diese können dann als verbraucht werden, wenn jemand stirbt. Ich habe circa 5 Spielstände anderer verbraten. Eine großartige Idee. Ähnlich kann man auch im Spiel Leichen anderer finden und diese z.B. wiederbeleben, damit diese mit einem Kämpfen oder sie für Statuseffekte und Geld absorbieren.

Insgesamt sind die Missionen (Haupt und Neben) klasse gemacht. Ohne auf die Details einzugehen, kann man sagen, dass sie abwechslungsreich und unterhaltsam sind.

Ein ganzer großer Mangel war für mich jedoch, dass ab einer gewissen Hauptmission, ohne Vorwarnung fast alle offenen Nebenmissionen scheitern. Sowas macht man nicht. Hat mich dank zweitem Savegame circa eine Stunde gekostet. Böser Yoko. Böse, aus, pfui!

Außen pfui, innen… auch pfui

Die Grafik in Nier: Automata haut einen wirklich nicht von den Socken. Die Charaktere sind zu glatt (typisch Japanisch aber) und der Welt fehlt die Liebe.

Speziell letzteres ist zu betonen. Obwohl sich die Umgebung für einige nette Wallpapers eignet und in den Side-Scroller Abschnitten sehr gute und schöne Hintergründe bietet, ist sie im 3rd Person Modus doch nicht wirklich schön. Es hat auch ein wenig das Feeling von Earth Defense Force. Die Häuser sind extrem lieblos gebaut. Graue Pappe im Einheitslook. Ein Fenster gemacht und dann tausendmal Copy-Paste. Und innen? Nichts. Einfach leer. Da hat einer wohl keinen Bock gehabt. Dungeons? Hässliche Polygonschläuche. Auch sonst gibt es nicht wirklich was zu entdecken oder kleine Details, die dem ganzen etwas Leben einhauchen. Der Triste Look hat zwar auch seinen Charme, wird aber (zumindest von mir) eher als Dämpfer empfunden.

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Übertreibt’s bloß nicht mit der Grafik.. So ungefähr sehen leider alle Häuser aus.

Ein wenig anders ist hier die Raumbasis, auf der man aber auch fast ausschließlich im Side-Scroller Mode unterwegs ist. Hier ist alles trübe Schwarz-Weiß, was sich doch stark abhebt. Es ist.. interessant.

nier-screenshot.jpgSehr positiv ist mir dagegen der Soundtrack aufgefallen. Dieser schafft wirklich seine sehr gute Atmosphäre. Das ist auch nicht in jedem Spiel so. Ein Track klingt auch stark nach dem Ghost in the Shell Theme. Sehr nice.

Keinen Bock

So wie die Grafiker des Spiels wohl ab und zu keinen Bock hatten, so ermöglichen die Entwickler dem Spieler auch mal faul zu sein.

So zum Beispiel beim Angelsystem. In praktisch jedem japanischen Spiel enthalten und oft recht komplex, ist es hier nur ein: rein, spritz, raus. Höhö, das kann ich gut. Mir als Angel-Game-Hasser kommt das sehr recht.

Das Auto-Kampf-System habe ich ja bereits erwähnt.

Und wer gar keinen Bock mehr hat, kann sich dann nach dem True End die restlichen Trophies einfach im Lager kaufen. Das Geld sollte man auch einfach zusammen kriegen, wenn man bis dahin gespart hat.

Das habe ich tatsächlich auch gemacht um mir die letzte Sammeltrophäe zu holen. Spielerisch ging da nichts verloren.

Und Pling, gab es nach ca 26h Platin.

Spiele ich es nochmal? Nope. Schon verkauft und der Wiederverkaufswert ist extrem schnell gesunken im Vergleich zu anderen Spielen. Interessant, wäre es vielleicht, wenn noch größere Content Addons rauskommen. Wobei ich da schon etwas im Bereich 10-25h erwarten würde. Dann würde ich mir das Game auch nochmal besorgen.

Fazit

Alles in allem war das Game schon gut und interessant. Ich würde es auch weiterempfehlen. Dem Hype wird es allerdings nicht gerecht.

Es beinhaltet viele super Ideen, tolle Elemente und macht einiges echt richtig. Aber beim Zusammenspiel hapert es etwas. Es fühlt sich ein wenig an, als hätten 50 Entwickler jeweils ihr eigenes Süppchen gekocht; Als hätten mehrere Studios Ideen für tolle (völlig unterschiedliche) Spiele gehabt, die allein aber nicht für ein ganzes Game gereicht hätten. Also haben sie sich zusammengetan und einfach alles in eins gepackt. Das ganze gepaart mit einem guten Markennamen für den Fame und einer Story, die leider nicht ganz ihr Potenzial ausschöpft, sondern lieber auf lange Erklärungen zu ominösen Hintergründen setzt.

Dadurch würde ich dem Ganzen eine 6.5/10 geben. Overhyped.

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